Heart of Glass – Herz aus Glas

Heart of Glass – Herz aus Glas, Langenscheidt

Grafik

Eine deutsch-englische Liebesgeschichte für Mädchen ab 12
von Petra A. Bauer
Langenscheidt, 2008
€ 7.95
ISBN: 3-468-20487-6

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Dies ist der zweite Band um Britt Solvenstein. Ihre große Liebe kommt zu Dreharbeiten nach Berlin, aber irgendetwas ist anders. Zu allem Überfluss taucht in ihrer Klasse auch noch Deborah Wilcox auf, eine Austauschstudentin aus Amerika. Britt und ihre Freundinnen beschließen rasch, die arrogante Barbiepuppe nicht zu mögen, die sich nicht einmal bemüht Deutsch zu sprechen und allen mit ihrem Cheerleader-Getue auf die Nerven geht. Doch die Vorbereitungen für einen ‘Bunten Abend’ in der Schule, bringen unvorhergesehene Ereignisse - auch für Britts Liebesleben.

Interessierst du dich auch für Britts Vorgeschichte im ersten Band?

Hier geht es zur Heart-of-Glass-Leseprobe:

LESEPROBE

(im Buch sind unbekannte Vokabeln erklärt)

HAPPY FEELINGS
Something’s in the air, I can feel it. It’s not just springtime. I’m not sure what it’s about, but I’ll find out soon.
But now it’s time for school. Ärgs. Don’t know what ‘Ärgs’ is in English. I will ask N. for that.

Posted by ButterflyHeart March 23rd 7.18 a.m.  0 Comments


Kapitel 1:
Endlich!

“Mist, ich lerne das nie!” Ich ließ meine Stirn zum Ertönen der Pausenklingel voll übertrieben auf den Schultisch knallen.
“Tu nicht so, als wärest du die Erste, die Schwierigkeiten mit der englischen Grammatik hat, Britt!” Nina Clark war zwar meine Freundin, aber sie konnte ziemlich streng sein, vor allem, wenn es um ihr Lieblingsfach Englisch ging.
Ich nahm den Kopf wieder hoch und sah Nina beleidigt an. “Du hast gut reden - bei deiner Abstammung!” Ninas Vater ist Amerikaner, und so ist Nina zweisprachig aufgewachsen. Aber sie ließ das nicht gelten.
“Stop your lame excuses! You’re no better than last summer before we took you along to San Fran?”

Ronan Clark ist nicht nur Amerikaner, sondern auch Professor für Städteplanung. Er war im Sommer zuvor im Rahmen einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit der University of California, Berkeley für einige Wochen nach San Francisco gereist. Seine Familie war mitgekommen, um dort Urlaub zu machen. Irgendwie hatten wir es gemeinsam geschafft, meine überaus skeptischen Eltern zu überreden, dass ich ebenfalls mitfliegen durfte. Immer unter der Voraussetzung, dass ich die ganze Zeit über englisch redete und ein englisches Reisetagebuch führte.

“Ich kenne ja jetzt auch viele neue Vokabeln, aber meine Grammatik ist davon nicht besser geworden! Futur II, was für ein Quatsch, das braucht man doch nie.”
“Wieso? Hast du Chris nie gemailt: I will have been kissing you?”
“Nee, wozu? I will kiss you oder I want to kiss you, aber wen interessiert denn, ob ich ihn geküsst haben werde?” Ich machte eine kleine Pause und sah verträumt an die Tafel, an die ein paar Jungs aus unserer Klasse gerade schweinische Sätze schrieben. “Mich interessiert viel mehr, wann ich ihn überhaupt endlich wieder küssen werde.”
“Wollte er nicht jetzt im Frühling zu Dreharbeiten nach Berlin kommen?”

Nina fragte so, als ob ich sie nicht immer über die neuesten E-Mails von Chris aus San Francisco informieren würde. Chris und ich hatten uns während meines USA-Aufenthalts unsterblich verliebt, obwohl ich es ja eigentlich auf Nicholas Stevenson abgesehen hatte, der ebenfalls in San Francisco lebt. Er ist ein bekannter amerikanischer Schauspieler und ich kannte ihn vorwiegend aus der BRAVO. Letztlich hatte er sich jedoch als arroganter und mieser Kerl entpuppt. Chris war zur Stelle gewesen, um mich zu retten.

Ich seufzte tief. “Hoffentlich ist es bald so weit. Ich habe schon Angst, dass ich ihn nicht wiedererkenne.”
Ich hatte keine Zeit länger darüber nachzudenken, weil Frau Schaaf, unsere Biolehrerin, die Klasse betrat, und die ist nicht gerade bekannt dafür, besonders verständnisvoll zu sein, wenn jemand trödelte.

Meine erste Amtshandlung, als ich endlich zu Hause war, bestand darin, den Computer hochzufahren. Ich checkte jeden Tag mehrmals meine Mails, um zu sehen, ob Chris geschrieben hatte. In letzter Zeit kam das nicht mehr so häufig vor; vermutlich war er sehr beschäftigt. Auch Chris ist Schauspieler, wenn auch nicht so bekannt wie Nicholas Stevenson, aber er arbeitet daran.

Ich öffnete mein Mailprogramm. Im ersten Betreff bot man mir eine Potenzpille an, in der zweiten Mail wollte man mich mit günstigen Krediten locken. Ich hasse diese Spam-Mails!
Aber direkt darunter sah ich einen Absender, den ich gut kannte: chris.mallory @ aol.com. Und im Betreff stand: “Surprise!”
Rasch öffnete ich die Mail.

Hello, Britty-Darling,
I hope, you’re doing fine! Sorry for not writing to you for such a long time, but I’ve been very busy. If you’d be able to watch American TV, you could see my face on CBS everyday. We shot a commercial for a special bodylotion. I’m half naked, baby! But don’t worry, I only love you, and all the other girls that come to my door are just for sex.

Ich muss ein dämliches Gesicht gemacht haben, las aber schnell weiter.

Just kidding, sweetheart! I’m faithful to you, that’s for sure.
How are you doing? Are you missing me? I miss you very much. Therefore I’m very happy to tell you, that I’ll come to Berlin! It’s for that filmshooting I was talking about in San Fran already. We’ll start on 3rd of April and I’ll arrive two days before. Isn’t that great?
I’m looking forward to seeing your lovely smile.

Billions of kisses
Chris

Meinen Schrei hörte man vermutlich bis auf die Straße.

“Alles in Ordnung, Britt?” Meine Mutter klang ziemlich besorgt.
Ich flitzte direkt hinunter in die Küche und knuddelte sie. “Rate, was passiert ist!”
“Du hast in der Englischarbeit eine Eins.” Mama war noch nie gut im Raten.
“Die schreiben wir doch erst noch. Außerdem würde ich dann nicht so jubeln. So wichtig ist das auch wieder nicht.”
“Na na.” Mama versuchte streng zu schauen, aber ich nahm ihr das nicht ab. Ich hatte vor kurzem durch Zufall ihre alten Zeugnisse gesehen und wusste deshalb, dass sie es mit der Schule auch nicht immer so genau genommen hatte.

“Es ist viiiiiel besser: Chris kommt endlich nach Berlin!”
“Na, das wurde wohl Zeit, richtig?” Mama wusste ja, dass er irgendwann kommen würde. Oft genug hatte ich davon erzählt. “Ich freu mich so für dich. Wann soll es denn so weit sein?”
“Anfang April. Leider ist da ja Schule und ich habe nicht so viel Zeit für ihn.”
“Ach, er kommt doch auch zum Arbeiten her. Irgendwann werdet ihr euch schon sehen können.”
“Dafür werde ich sorgen.”
“Hey, aber nicht Schule schwänzen, klar?”
“Das würde ich doch niiiiiee tun, das weißt du doch.” Ich kicherte und entwischte aus der Küche, bevor Mama den Wischlappen nach mir werfen konnte.
Und dann lief ich sofort zu Nina hinüber, allen Hausaufgaben zum Trotz.

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